Archiv für November 2009
Die Amazon E-Book-Reader Kindle 2 und Kindle DX besitzen eine Gemeinsamkeit: Mit beiden Geräten kann man sich Texte per Sprachausgabe vorlesen lassen – gerade eine für blinde Nutzer nützliche Funktion. Einem Bericht des Nachrichten-Tickers Golem.de zufolge, haben zwei US-Amerikanische Universitäten die Einführung des Kindle DX als Arbeitsmittel gestoppt. Konkret waren dies die Universitäten Syracuse (New York) und Madison (Wisconsin).

Durch die Möglichkeit des abspielens von Audiobüchern und großer Darstellung auch für Menschen mit Sehbehinderung geeignet ist der BeBook Reader.
Beide Universitäten bemängeln, aufgrund der schlechten Menüführung sei ein blinder Nutzer nicht in der Lage, ein Buch zu öffnen, die Sprachausgabe zu aktivieren sowie andere Funktionen zu nutzen.
Im Sommer dieses Jahres hatte die Universität in Madison 20 Geräte zu Testzwecken gekauft, an Studenten verteilt und um entsprechendes Feedback gebeten. Die meisten Studenten beurteilten die Nutzung des Geräts positiv, während sich der Bibliotheksdirektor Ken Frazier negativ äußerte: “Ich bin enttäuscht, dass der Kindle DX für
Blinde nicht nutzbar ist.”
Die Universität von New York in Syracuse hingegen, hatte nur zwei Geräte angeschafft und auf ihre Tauglichkeit als Lesegeräte für Blinde Studierende getestet. Da auch die Tester in Syracuse die mangelnde Barrierefreiheit bemängelten, wurde die Anschaffung des Readers gestoppt.
Der US-amerikanische Blindenverband American Federation of the Blind begrüßte diese Entscheidung sowie die Aussage einer Sprecherin der Universität in Syracuse, dass ein von der Universität angeschaffter E-Book-Reader von allen, also auch von blinden und sehbehinderten Studierenden, bedienbar sein müssten.
Vorlesefunktion in der Kritik
Die in die E-Book-.Reader von Amazon eingebaute Vorlesefunktion ist gleich zu Beginn der Markteinführung der Geräte in die Kritik geraten: So betrachtete der US-Schriftstellerverband Authors Guild die Wiedergabe von E-Books per Sprachausgabe als Verletzung von Rechten auf Tonaufführungen und forderte die Abschaffung des Features. Amazon reagierte und stellte es den Verlagen frei, die Sprachausgabe für ihre E-Books zu aktivieren oder abzuschalten.
Der Amazon Kindle ist jedoch nicht der einzige E-Book-Reader mit Sprachausgabe. Erst kürzlich stellte Intel mit dem Intel Reader ein Gerät vor, dass explizit für die Nutzung durch Blinde und Sehbehinderte konzipiert wurde. So kann man sich den auf dem Display angezeigten Text per Sprachausgabe in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorlesen lassen und die Darstellung auf dem Display bei Bedarf vergrößern.
In der Zeitschrift Test.de der Stiftung Warentest war ein Vergleich aktueller Skibrillenmodelle zu lesen. Auch bei augenscheinlich schönem Wetter sollte auf der Piste immer eine Brille getragen werden, da der Schnee bis zu 90% des schädlichen UV-Lichts reflektiert und so seine Wirkung noch einmal erhöht. Ganz nebenbei sehen die aktuellen Modelle auch sehr modisch aus und haben nichts mehr mit den klobigen Plastikungetümen von vor wenigen Jahren gemeinsam. 
Überwiegend hohe Qualität
Von den getesteten Modellen schnitten zehn mit einer Bewertung von “gut” ab, vier erhielten die Note “durchschnittlich”, zwei waren “wenig zufriedenstellend” und nur das Modell Striker der Firma Marker (80 ) verfehlte als einzige Brille im Test eine positive Bewertung. Dieses Exemplar wurde von den Testern besonders wegen der hohen Belastung mit PAK schlechter bewertet. Diese Substanz kann in Verbindung mit Schweiß im Körper krebserzeugend wirken. Laut test.de hat der Hersteller aber angekündigt künftig auf ein verträglicheres Material zu setzen.
Problem der Schadstoffbelastung
Im gesamten Test waren 13 Skibrillen mit dem Stoff PAK belastet. Die einzig schadstofffreien Modelle waren die Giro Root (100 ), die Smith Fuse (115 ) und beide Modelle von der Firma CP, Lumumba und Ipanema für jeweils 110 .
Teuer muss nicht gleich gut bedeuten
Die Bruchsicherheit ist bei Skibrillen ein besonders wichtiger Punkt. Bei einem Sturz muss die Brille das Auge vor Verletzungen schützen können. Hier haben sich Doppelscheiben bewährt. Allerdings gingen im Test kurioserweise die zwei teuersten Modelle beim Bruchtest als erste in die Knie. die Uvex Apache (190 ) und Uvex Ultrasonic (180 ) konnten so mit der zusätzlichen Schadstoffbelastung nur ein “wenig zufriedenstellendes” Ergebnis erzielen. Als Testsieger stellten sich letztendlich, wenn auch nicht komplett schadstofffrei, die Modelle Scott Witness (140 ), Oakley Crowbar Jet Black (179 ) und die Adidas ID2 (159 ) heraus. Wer nach einem günstigerem Modell sucht ist mit der Casco Airwolf für 70 gut beraten. Skibrillenmodelle von Spy Optics waren leider nicht unter den getesteten Modellen aber sammeln auch regelmäßig Auszeichnungen in Qualität und Haltbarkeit, überzeugen Sie sich doch selbst von der großen Modellpalette im Danto Online-Shop.
Wenn Blinde Menschen ein Navigationssystem möglichst barrierefrei benutzen möchten, kommt es auf möglichst genaue Informationen und Anweisungen per Sprachausgabe an. Im Rahmen der Eu-geförderten Projekte „Nav4Blind“ und „HaptiMap“ engagiert sich die Stadt Soest, um blinden Fußgängern eine noch genauere Navigation als mit dem herkömmlichen

TomTom bei allen seinen Modellen eine Sprachausgabe, was besonders für Menschen mit Sehbehinderung sehr hilfreich ist.
GPS zu ermöglichen.
Hindernisse zentimetergenau erfassen und vermessen
Bei der Nutzung eines herkömmlichen Navigationssystems, werden Hindernisse nicht einmal auf den Meter genau angezeigt. Dieses Manko gleicht die Stadt Soest aus, indem sie alle Straßen und möglichen Hindernisse zentimetergenau fotografiert und vermisst. Hierbei kommt ein Mercedesbus zum Einsatz. Auf diesem sind vier Kameras und Sensoren istalliert, die während der Fahrt Hindernisse wie Kanaldeckel, Überwege, Schlaglöcher, Bordsteinkanten und Verkehrsschilder zentimetergenau fotografieren und vermessen. Die als „EaglE eye“ (Adlerauge) bezeichnete Technologie wurde von dem Soester Unternehmen Ludwig und Schwefer entwickelt. Da das System während der Fahrt auch die GPS-Daten empfängt, können alle Hindernisse den Positionen auf dem elektronisch gespeicherten Kartenmaterial des Soester Katasteramtes zugeordnet und anschließend von blinden Nutzern mit mobilen Geräten empfangen werden. Per Sprachausgabe soll es dann möglich sein, zuverlässig um alle Hindernisse herum durch die Stadt zu navigieren. Nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), sollen erste, in Finnland, Schweden, Irland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und im deutschen Soest durchgeführte Testläufe vielversprechend verlaufen sein.
Tourismusprogramm „Guide4Blind“
Um touristische Informationen der Stadt Soest auch für blinde Menschen zugänglich zu machen, entwickeln die am Projekt beteiligten Spezialisten GPS-geführte Rundgänge durch die Soester Altstadt und beziehen in das System auch Informationen zu den Fahrplänen des ÖPNV ein. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, durch Guide4Blind die Mobilität von blinden und sehbehinderten
Menschen zu erhöhen”, sagte Jörn Peters, der beim Kanasteramt der Stadt Soest als Vermessungsingenieur tätig ist, gegenüber der WAZ. Seine Anstrengungen und die seiner Kollegen tragen bereits erste Früchte: Das Programm „Guide4Blind“ hat den Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ gewonnen. Die Investitionen für die auf blinde Nutzer ausgerichteten Projekte umfassen insgesamt zwei Millionen Euro, von denen der größte Teil (1,6 Millionen Euro) vom Land Nordrhein-Westfalen und der Rest aus EU-Mitteln bestritten wird.
„HaptiMap“
Neben den speziell auf blinde Nutzer ausgerichteten Projekten „Nav4Blind“ und „Guide4Blind“ beteiligt sich die Stadt Soest auch am EU-Weiten Projekt „HaptiMap“, mit dem elektronische Karten auch auf die Bedürfnisse anderer Behindertengruppen angepasst werden sollen. Projektpartner sind unter anderem die Universitäten Belfast und Glasgow (Irland und Großbritannien), die Firmen EAC (Frankreich), Geodeettinen Laitos (Finnland), Navtaq (Niederlande), Fundacion Robotiker (Spanien) sowie von deutscher Seite die Unternehmen Siemens und Offis und der Kreis Soest.

