Artikel-Schlagworte: „GPS Navigation“

Wenn Blinde Menschen ein Navigationssystem möglichst barrierefrei benutzen möchten, kommt es auf möglichst genaue Informationen und Anweisungen per Sprachausgabe an. Im Rahmen der Eu-geförderten Projekte „Nav4Blind“ und „HaptiMap“ engagiert sich die Stadt Soest, um blinden Fußgängern eine noch genauere Navigation als mit dem herkömmlichen

TomTom bei allen seinen Modellen eine Sprachausgabe, was besonders für Menschen mit Sehbehinderung sehr hilfreich ist.

TomTom bei allen seinen Modellen eine Sprachausgabe, was besonders für Menschen mit Sehbehinderung sehr hilfreich ist.

GPS zu ermöglichen.

Hindernisse zentimetergenau erfassen und vermessen

Bei der Nutzung eines herkömmlichen Navigationssystems, werden Hindernisse nicht einmal auf den Meter genau angezeigt. Dieses Manko gleicht die Stadt Soest aus, indem sie alle Straßen und möglichen Hindernisse zentimetergenau fotografiert und vermisst. Hierbei kommt ein Mercedesbus zum Einsatz. Auf diesem sind vier Kameras und Sensoren istalliert, die während der Fahrt Hindernisse wie Kanaldeckel, Überwege, Schlaglöcher, Bordsteinkanten und Verkehrsschilder zentimetergenau fotografieren und vermessen. Die als „EaglE eye“ (Adlerauge) bezeichnete Technologie wurde von dem Soester Unternehmen Ludwig und Schwefer entwickelt. Da das System während der Fahrt auch die GPS-Daten empfängt, können alle Hindernisse den Positionen auf dem elektronisch gespeicherten Kartenmaterial des Soester Katasteramtes zugeordnet und anschließend von blinden Nutzern mit mobilen Geräten empfangen werden. Per Sprachausgabe soll es dann möglich sein, zuverlässig um alle Hindernisse herum durch die Stadt zu navigieren. Nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), sollen erste, in Finnland, Schweden, Irland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und im deutschen Soest durchgeführte Testläufe vielversprechend verlaufen sein.

Tourismusprogramm „Guide4Blind“

Um touristische Informationen der Stadt Soest auch für blinde Menschen zugänglich zu machen, entwickeln die am Projekt beteiligten Spezialisten GPS-geführte Rundgänge durch die Soester Altstadt und beziehen in das System auch Informationen zu den Fahrplänen des ÖPNV ein. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, durch Guide4Blind die Mobilität von blinden und sehbehinderten
Menschen zu erhöhen”, sagte Jörn Peters, der beim Kanasteramt der Stadt Soest als Vermessungsingenieur tätig ist, gegenüber der WAZ. Seine Anstrengungen und die seiner Kollegen tragen bereits erste Früchte: Das Programm „Guide4Blind“ hat den Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ gewonnen. Die Investitionen für die auf blinde Nutzer ausgerichteten Projekte umfassen insgesamt zwei Millionen Euro, von denen der größte Teil (1,6 Millionen Euro) vom Land Nordrhein-Westfalen und der Rest aus EU-Mitteln bestritten wird.

„HaptiMap“

Neben den speziell auf blinde Nutzer ausgerichteten Projekten „Nav4Blind“ und „Guide4Blind“ beteiligt sich die Stadt Soest auch am EU-Weiten Projekt „HaptiMap“, mit dem elektronische Karten auch auf die Bedürfnisse anderer Behindertengruppen angepasst werden sollen. Projektpartner sind unter anderem die Universitäten Belfast und Glasgow (Irland und Großbritannien), die Firmen EAC (Frankreich), Geodeettinen Laitos (Finnland), Navtaq (Niederlande), Fundacion Robotiker (Spanien) sowie von deutscher Seite die Unternehmen Siemens und Offis und der Kreis Soest.

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Der Sehnerv ist wohl der wichtigste menschliche Sinn.

In Geschäften und Supermärkten dient die RFID-Technik (Radio Frequency Idintification) normalerweise als Diebstahlschutz, denn man weiß zu jeder Zeit, wo sich die Ware befindet. An der Central Michigan University haben nun ein Professor und fünf seiner Studenten einen Blindenstock entwickelt, der sich diese Navigationshilfe zu Nutze macht: Der als „Smart Cane“ („schlauer Stock“) bezeichnete Blindenstock ist mit einem Ultraschallsensor ausgestattet. Dieser ist mit einem kleinen Navigationssystem verbunden, das der blinde Nutzer in einer Schultertasche trägt und ihm akustische Informationen über vorhandene Hindernisse und Ausweichmöglichkeiten signalisiert. „Mit diesem Projekt wollte ich meinen Studenten zeigen, wie diese Technik sinnvoll eingesetzt werden kann“, sagte Kumar Yelamarthi, verantwortlicher Professor und Projektleiter. „Wir wollten anderen Menschen helfen und unseren Campus barrierefreier gestalten.“

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